Kinder haben viele Rechte, die in der UN–Kinderrechtskonvention verankert sind. Im Artikel 24 geht es um den Schutz meiner Gesundheit.
Dieses Recht verbindet in besonderem Maße Gesundheit mit einer „gesunden“ Umwelt, die wiederum gesunde Nahrung hervorbringt. Daher haben auch wir diese Aspekte miteinander in Einklang gebracht im Gallus Garten. Dort konnten Kinder im Zeitfenster zwischen 14:00 und 16:00 Uhr aus vermeintlichen Abfall (Dosen, Tetrapacks5) kleine Beete herstellen und so durch Upcycling den Müllberg verringern. Gepflanzt wurden natürlich in erster Linie Kräuter und Salate für die gesunde Ernährung. Etwas versetzt dazu gab es dann noch die Möglichkeit selber einen gesunden Snack (Kräuterdip mit Rohkost oder Brot) herzustellen und zu snacken. Der Kinderbeauftragte ging zwischendurch mit den Kindern ins Gespräch über ihre Rechte. Es hat sich als eine gelungen Kombination gezeigt, bei der Aktion die drei Aspekte Kinderrechte, gesunde Ernährung und Anbau von Nahrung zu verbinden.
Bilder Jochen Günther
Die Kinder erfahren in erster Linie vom Kinderbeauftragten ihre Grundrechte als Kinder und an wen sie sich bei Bedarf konkret im Stadtteil wenden können. Über den Gallus Garten wird der Bezug zur gemeinschaftlichen Wohnumfeldgestaltung aufgezeigt und Nutzpflanzen mit dem Thema gesunde und klimaneutrale Ernährung sowie gesunde "Umwelt" aufgezeigt. Durch die Verarbeitung von frischen Kräutern zu einem Kräuterdip mit frischem Gemüse und Brot wird auch dort direkt der rote Faden weitergesponnen, was aus der „Ernte“ hergestellt werden kann und somit gut für uns und die Umwelt ist.
Grundsätzlich konnten die Kinder an den Stationen viel in Eigenarbeit tun, so daß auch mehrere gleichzeitig gut beschäftigt waren.
Station Beete herstellen:
• In einer Ecke lagen die möglichen Behälter, die tlw. noch zugeschnitten werden mussten – hier konnten die Kinder sich einen Behälter aussuchen
• Mit dem Behältnis kamen die Kinder dann an einen langen Tisch (Tapeziertisch mit Folie). Auf diesem Tisch war einerseits der Eimer mit Granulat als unterste Schicht und den ganzen Setzlingen sowie Steckschilder mit Stiften. Die Kinder konnten sich hier die erste Schicht Granulat einfüllen. Dann mussten sie Erde holen.
• Etwas entfernt war ein Schubkarren voll mit Erde und kleinen Schippchen. Hier konnten die Kinder ihren Behälter dann mit erde auffüllen.
• Zurück an den langen Tisch konnten die Kinder sich dann 2-3 Pflanzensetzlinge auswählen und in ihr „Beet“ pflanzen. Wer wollte, konnte sich noch das Beet mit Steckern beschriften.
• Danach musste das Beet leicht angegossen werden und konnte dann mitgenommen werden.
Station Snack herstellen:
• Auf zwei kleinen Klapptischen gab es die Zutaten, um aus frischen Kräutern und Quark/Schmand (auch eine vegane Variante war möglich) herzustellen. Für das Zerkleinern der Kräuter gab es drei Kräuterhäcksler. Zudem gab es Schneidebrettchen und Messer.
• Neben der Zubereitung des Kräuterdipps gab es kleingeschnittenes Gemüse (Karotten, Gurken, Paprika5) und Brotscheiben.
Station Kinderrechte:
• Der Kinderbeauftragte hatte keinen festen Ort sondern ging überall, wo es möglich war, mit den Kindern ins Gespräch über deren Kinderrechte. Dabei half er an den verschiedenen Stationen auch praktisch mit aus.
Der Nachmittag war ein voller Erfolg. Nach regnerischem Wetter am Vormittag blieb das Wetter schön am Nachmittag und nach einer ersten Ruhephase (in der die meisten Kinder noch an den Hausaufgaben saßen) kamen zunehmend mehr Kinder. Vereinzelt kamen auch Mütter mit ihren Kindern.
Die Kinder waren so begeistert, dass die meisten nicht nur ein kleines Beet sondern gleich 2-3 Beete für sich fertig gemacht und mitgenommen haben.
Anbei einige Rückmeldungen von Kindern:
Hafsa: „Fand ich gut, ich hab irgendwann Erdbeeren.“
Sophie: „Ich habe Dill gepflanzt und ich habe Brot gegessen. Das hat gut geschmeckt.“
Said: „Ich habe Salat gepflanzt und das mit nach Hause genommen. Toll.“



